Als ich mich heute mit der U-Bahn zum Casting von “Deutschland sucht den Superstar” aufmachte, fragte ich mich die ganze Zeit, wer von den anderen Fahrgästen wohl sonst noch auf dem Weg dorthin sei. Da erblickte ich ihn – und schlagartig wurde mir klar, dass die Konkurrenz groß werden würde. Zu groß.

Ich konnte es kaum fassen. Er saß direkt vor mir: der nächste Robbie Williams. Von Kopf bis Fuß schon jetzt ein Superstar. Vor allen Dingen von Kopf.
Das war der Moment, in dem ich mir eingestehen musste, dass ich es wohl auch dieses Jahr nicht in den Recall schaffen werde. Gegen diese Erscheinung werden ich und all jene, mit denen ich zusammen die Sonnenbank gedrückt habe, wie blutige Anfänger aussehen.
Aus der Traum vom Privatjet. Kein Kokain. Keine zwanzig exotischen Vornamen für mein Kind. Keine schwitzigen Hausmütterchen, die mir parfümierte Briefe schicken. Nein. Deutschland sucht mich nicht. Ich bin schon die ganze Zeit hier. Und es hätte mich längst finden müssen.
Also, du fantastischer Übermensch aus der U-Bahn – ich wünsche dir für die Motto-Shows alles Gute. Mögest du mindestens so erfolgreich werden wie Mehrzad Marashi. Let you entertain me. Aber bitte: Bleib auf dem Boden. Und vergiss nie, wo alles angefangen hat – in der Kastanienallee 82. In der Schlange direkt neben der zertretenen Hundekacke. Schön, dass Deutschland dich nach der achten Staffel endlich gefunden hat.







