Archiv für Juli 2010

Gewissensbisse

Dienstag, 13. Juli 2010

Für die Fitnessclub-Kette ELIXIA bestückten wir Berliner Imbissbuden mit Pappschalen, die am Ende der fettigen Mahlzeit eine Botschaft offenbarten.

Agentur: BBDO Berlin

Idee: Tobias Geigenmüller

Kreativchef: Carsten Heintzsch

Art Direction: Tom Fischer

Text: Tobias Geigenmüller

Beratung: Mia Drexl-Schegg

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Das Jahr 2093

Dienstag, 13. Juli 2010

Das Jahr 2093 wird dem Jahr 2009 vollkommen gleichen. Zumindest, was die Kalendertage angeht. Ansonsten dürfte sich allerdings einiges verändern – wenn wir nicht jetzt schon anfangen, verantwortungsvoller mit unseren Ressourcen umzugehen. Wie der Alltag im Jahre 2093 aussehen könnte, zeigen wir mit 12 Geschichten, die eigentlich erschreckende Lebensumstände ganz beiläufig beschreiben.

Urlaubszeit – Reisezeit

Eigentlich wollten wir ja Sardinien buchen. Aber das war schon weg. Woran das jetzt genau liegt – ich weiß es nicht. Schuld sind angeblich die Gletscher, die alle weggeschmolzen sind und dadurch das Gleichgewicht der Erdplatten etwas aus dem Lot gebracht haben. Was dann zum Beispiel Vulkanismus nach sich zieht. Oder eben dass sich die eine oder andere Insel mal recht spontan verabschiedet.

Zusammenfassend könnte man sagen: Italien wird dem Ruf einer gewissen Unzuverlässigkeit mittlerweile auch im geographischen Sinne mehr und mehr gerecht. Ich meine, da haben wir uns früher aufgeregt, wenn mal ein Zug nicht kam. Heute sind wir schon froh, wenn der Bahnhof noch da ist. Damals, als es noch Kerosin gab, hätte man wahrscheinlich gesagt: „Fliegen wir halt woanders hin.“

Aber so leicht ist das eben nicht mehr. Außerdem, so eine Pizza vom frischen Lavastein, das kriegst du sonst nirgends. Und mit Perugia, wo wir jetzt letztendlich gelandet sind, haben wir auch wirklich keine schlechte Wahl getroffen. Die Erde bebt nur hin und wieder, und das meistens recht sanft. Außerdem ist fast die halbe Stadt noch völlig intakt. Hier lässt sich’s aushalten. Könnten wir fast nächstes Jahr wieder hinfahren. Wobei – vielleicht taucht ja Sardinien bis dahin auch wieder auf.

Schön sein ist schwer

Heute Morgen auf der Waage hat mich fast der Schlag getroffen. Ich hab schon wieder abgenommen. Dabei gebe ich mir doch wirklich alle Mühe. Ich bewege mich mittlerweile so gut wie gar nicht mehr. Bloß keine unnötige Kalorienverbrennung. Und zwecks Motivation habe ich mir sogar extra eine XXL-Hose gekauft. Mein größter Traum ist es, die irgendwann mal komplett auszufüllen. Ich weiß, das klingt jetzt albern – aber ich würde gerne so aussehen wie die Menschen in der Werbung. Obwohl ich ganz genau weiß: So füllig kannst du in Wirklichkeit gar nicht werden. Das ist doch alles retuschiert.

Wie soll man denn bitte schön einem  derart überzogenen Schönheitsideal gerecht werden? Vielleicht durch diese Dickmacherpräparate – „Zwei Kilo mehr in nur zwei Wochen“ und dergleichen? Wer’s glaubt. Und selbst wenn, gesund ist das ganz bestimmt nicht. Die wesentlich vernünftigere Methode wäre sicher, einfach regelmäßig zu essen. Aber was heißt hier „einfach“, wenn in den Supermarktregalen schon wieder Ebbe herrscht. Na ja, kann sich ja demnächst ändern, wenn die anstehende Ernte mal wieder besser wird. Nur: Das sagen wir jetzt auch schon seit ein paar Jahrzehnten.

Agentur: DDB Berlin

Kreativchef: Stefan Schulte, Bert Peulecke

Creative Direction: Ludwig Berndl, Kristoffer Heilemann

Art Direction: Lars Buri, Cathrin Ciuraj, Tim Schmitt

Text: Tobias Geigenmüller, Antje Gerwien, Heiner Twenhäfel

Grafik: Jelka von Langen, Inga Wilde, Max Kersting

Illustration: Peter Franck

Beratung: Simone von dem Bussche, Ann-Katrin Schelkmann

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Der komplizierteste Coupon aller Zeiten

Dienstag, 13. Juli 2010

Für die Friseurkette M-Hairfactory schalteten wir ganz besondere Stellenanzeigen. Wer sich bewerben wollte, musste erst seine Fertigkeiten an der Schere unter Beweis stellen. In den Anzeigen waren Coupons abgebildet, die von den Interessenten ausgeschnitten und als Bewerbung an M-Hairfactory geschickt werden sollten.

Agentur: BBDO Berlin

Idee: Tobias Geigenmüller, Andreas Manthey

Kreativchef: Armin Jochum

Creative Direction: Andreas Manthey, Patrick They

Art Direction: Lars Buri, Marcus Widman

Text: Tobias Geigenmüller

Illustration: Nina Tiefenbach

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Alles für die Katz

Dienstag, 13. Juli 2010

Davon sollten sich andere Länder eine Scheibe abschneiden. In Norwegen geht man noch ganz entspannt mit seiner Sexualität um. Dafür von mir ein klares “Snörebröd”.

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Schöne Grüße aus dem Neandertal

Montag, 12. Juli 2010

Seit langer Zeit wird angenommen, dass die Neandertaler seit mindestens 24.000 Jahren ausgestorben sind. ABER DAS IST NICHT DER FALL. Sie leben! Zumindest einer. Und das direkt bei mir in der Nachbarschaft. Irgendwo hinter diesen Fenstern befindet sich der heutige Lebensraum des Neandertalers.

Und auch wenn ich den Neandertaler noch niemals zu Gesicht bekommen, weiß ich doch, dass er existiert. Denn ich kann seine Laute fast täglich hören. Anfangs war ich mir nicht sicher, ob es nicht vielleicht auch ein Mensch mit Tourette-Syndrom oder ein gewöhnlicher Heavy-Metal-Fan sein könnte, doch mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass es sich hierbei nicht um einen Homo Sapiens handeln kann.

Manchmal kommt es vor, dass ich um vier Uhr nachts aufschrecke, weil jemand in ohrenbetäubender Lautstärke “Uuuuuuuuuaaaaaaahhhhhh!” über den Innenhof brüllt. Doch auch der Neandertaler scheint seine sprachlichen Fähigkeiten über die letzten Jahrtausende leicht weiterentwickelt zu haben. So kann er heute auch andere Dinge grölen. Zum Beispiel “Hey, was geht ab, wir feiern die ganze Nacht!”, “Böseeeeeeee!” oder sogar ein halbwegs melodisches “Di-di-di-di-di-di-di!”.

Neulich habe ich ihm freundlich nahegelegt, doch bitte die Schnauze zu halten, weil ich sonst vorbeikommen würde, um seine Gehirnzellen zu zählen. Von mir aus kann dies aber auch gern ein richtiger Wissenschaftler übernehmen, falls einer diesen Text hier lesen sollte. Vielen Dank.

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Thor! Thor! Thor!

Donnerstag, 08. Juli 2010

Als die Welt noch in Ordnung war und Deutschland im Viertelfinale gegen Argentinien spielte, sitzen meine Freundin und ich beim Mexikaner.

Alle schauen wie gebannt auf den Fernseher. Schweinsteiger beim Freistoß. Er flankt in den Strafraum. Müller mit dem Kopf. Tor!

Eine Anwesende springt auf, ballt die Fäuste und ruft laut: “Ja!” Alle anderen Gäste schauen sie irritiert an. Da merkt auch die Aufgesprungene, dass das gerade nur eine Wiederholung war.

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Das Internet – Tummelplatz der Intellektuellen

Mittwoch, 07. Juli 2010

Falls Sie mal irgendwer mit dem absurden Argument konfrontieren sollte, dass es ja wohl absolute Zeitverschwendung sei, sich so viel im Internet aufzuhalten, können Sie hiermit blitzschnell und nachhaltig das Gegenteil beweisen:

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The F-Word

Sonntag, 04. Juli 2010

Neulich beobachtete meine Freundin vom Balkon aus einen Streit. Ein Autofahrer war einem Radfahrer auf irgendeine Weise zu nahe gekommen.

Da sagte der Radfahrer erbost: “Kannst du nicht aufpassen, du Vollpfosten?”

Und der Autofahrer antwortete: “Pass du doch auf, du … Fahrradfahrer.”

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