George Michael ist mein Nachbar

Meine Nachbarin hört gerne die aktuelle Platte von George Michael. Also die, die schon vor 10 Jahren aktuell war. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass sie kein Geld für eine neue ausgeben will, oder ob ihr die moderne Hottentottenmusik einfach zu modern und hottentottig ist.

Vielleicht bekommt sie die CD aber auch einfach nicht mehr aus der Stereoanlage heraus. Oder die Musik kommt gar nicht von CD und George Michael spielt jeden Tag live bei meiner Nachbarin. Vielleicht wohnt sie ja mit ihm zusammen. Dann wäre George Michael mein Nachbar. Verrückt.

Ab und zu erschrecke ich mich richtig, wenn mal nicht George Michael läuft. Zwischendurch spielt sie nämlich auch mal ein Lied von Sarah Connor. Ich denke aber nicht, dass die auch noch da wohnt. Für drei Personen ist die Wohnung nämlich wirklich zu klein. Vielleicht kommt Sarah nur ab und zu mal auf ein Käffchen vorbei und trällert das eine oder andere Liedchen.

Ansonsten kann ich mich über meine Nachbarin aber nicht beschweren. Im Großen und Ganzen ist sie sehr angenehm. Da gibt es ja ganz andere Nachbarn, die einem Schweineköpfe vor die Tür legen und so. Das hat bei mir bisher weder meine Nachbarin noch George Michael noch Sarah Connor getan. In meinem Fall ist es zum Glück mit den Nachbarn generell nicht ganz so schlimm.

Nur einer scheint sich jeden Samstagmorgen extra den Wecker zu stellen, um sämtliche in der vorangegangenen Woche geleerten Flaschen in den Glascontainer auf dem Innenhof werfen zu  können. Ich vermute sogar, dass er absichtlich niemals Plastikflaschen kauft.

Aber auch die Nachbarskinder haben den Hof für sich entdeckt. Sie scheinen ihn jeden Morgen neu zu entdecken. Auch gerne sehr früh. Ich denke, den Eltern ist es mit ihren Nachkommen in der Wohnung einfach zu laut – deswegen schicken sie ihre Kinder auf den Hof, damit wenigstens alle anderen auch nicht mehr schlafen können. Geteiltes Leid soll ja halbes Leid sein. Und wahrscheinlich hoffen die Eltern, dass die Kinder unten beim Spielen ganz schnell groß werden und dann am nächsten Morgen in der Wohnung nicht mehr so laut sind. Manchmal hat man als Kind ja extreme Wachstumsschübe. Da kann es schon mal passieren, dass der Körper die Pubertät einfach überspringt.

Übrigens ist unter den spielenden Kindern ein kleiner Junge, dem schon seit zwei Jahren niemand erzählt zu haben scheint, dass Batman Batman heißt – und nicht Patman. Zumindest möchte der kleine Junge beim Spielen immer Patman sein. Was mich schon des Öfteren beinah dazu verleitet hätte, noch verschlafen und leicht verkatert das Fenster aufzureißen und auf den Innenhof zu brüllen: „Batman! Er heißt Batman! Mit B!“ Aber ich denke, die Kinder könnten diese Art der Erziehung eventuell falsch interpretieren. Und ich habe  ja ein Herz für Kinder. Wir waren schließlich alle mal welche. Ich für meinen Teil wäre auch gerne länger  eins geblieben. Dann würde ich jetzt wahrscheinlich mit den anderen Kindern auf dem Hof spielen und wäre Tuperman.

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2 Antworten zu “George Michael ist mein Nachbar”

  1. pat sagt:

    Also ich kann gut verstehen, daß das Kind beim Spielen Patman sein will und nicht Batman. Es ist wichtig, daß Kinder die richtigen Rollenmodelle zum Vorbild haben.
    Von mir zum Beispiel kann es lernen, wie wichtig Essen ist. Oder auch ein paar neue Worte lernen! In diesem Sinne: FSTN!!!!!

  2. [...] Unfällen, bei einem musste er sogar seinen Führerschein abgeben. Der Autounfall, bei dem George Michael mit seinem Geländewagen in ein Fotogeschäft fuhr, ereignete sich am frühen [...]

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