Eigentlich ganz schön ungerecht. Wenn wir Menschen ins Gras beißen, sind wir tot. Beißt man hingegen als Kuh ins Gras, erfreut man sich noch Jahre danach bester Gesundheit. Das wirft doch die Frage auf, ob Kühe uns Menschen evolutionär nicht generell einiges voraus haben. Ich als unstudierter Biologe sage: ja. Und mit diesem Kapitel trete ich den Beweis an.
Zum Einen können Kühe Milch geben. Die meisten Menschen können nur pinkeln. Damit aber nicht genug. Kühe haben vier Beine, wir nur zwei. Im Gegensatz zu uns sind sie absolut vollkommene Organismen. Jede Form von Rassismus ist ihnen fremd. Denn Kühe sind ein bisschen wie Michael Jackson: schwarz und weiß. Allerdings schlafen sie deswegen nicht mit kleinen Kindern in Sauerstoffzelten.
Und auch die Kommunikation untereinander haben Kühe zur Perfektion gebracht. Während wir Menschen Millionen unterschiedlicher Wörter in den verschiedensten Sprachen benötigen, um uns zu verständigen, hat die Kuh längst eine globale Sprache entwickelt, die mit einem einzigen Wort auskommt: Muh. Ich jedenfalls habe noch keine Kuh jemals etwas anderes sagen hören.
In der Gestaltung unseres Arbeitsalltags stellen wir es ebenfalls dümmer an als all die Kühe dieser Welt. Wir Menschen sitzen den ganzen Tag in stickigen Büroräumen und machen uns gegenseitig das Leben schwer. Kühe hingegen stehen von morgens bis abends friedlich nebeneinander auf den schönsten Wiesen, die man auf unserem Planeten finden kann. Im Grünen. An der frischen Luft. Sie tun absolut nichts Schlechtes. Sie rauchen nicht. Sie trinken nicht. Sie klauen keine Autos.
Irgendetwas scheinen wir definitiv falsch zu machen. Mich wundert jedenfalls nicht im Geringsten, dass Kühe in Indien heilig sind. Kühe sind unfehlbar. Sie sind uns Menschen wirklich in jeder Hinsicht haushoch überlegen und sollten deswegen für uns niedere Geschöpfe absolut unantastbar sein. Das haben die Inder ganz richtig erkannt. Wir arrogante Mitteleuropäer aber machen uns über Kühe viel lieber lustig, als ihre Vollkommenheit anzuerkennen. Wir malen sie lila an, stellen sie auf eine Wiese und treten das Ganze dann auch noch im Werbefernsehen breit.
Unsere Kühe werden ohne ihr Einverständnis kommerzialisiert. Wir machen die heiligen Kühe zu tumben Boten des Konsums. Das hat nun wirklich keine Kuh auf dieser Erde verdient. Und sollte ich irgendwann noch einmal jemanden „blöde Kuh“ sagen hören, kann ich wirklich für nichts mehr garantieren. Grausam. Wir Menschen sind doch wirklich einfach nur Schweine.
Lieber Tobi,
)
Axel Hacke kann sich jetzt aber gaaanz warm anziehen! Ich konnte gar nicht aufhören zu lesen und freue mich sehr, dass ich dabei sein darf in Deinem Blog. Am tollsten fand ich die Lampen-Geschichte, gleich danach kommen die Kühe und No.3 ist die Wohnung. Hier stimme ich absolut mit Dir überein -am tollsten an dieser Wohnung war Deine Freundin – und in ein Erdloch seid Ihr ja eher nicht gezogen
M.
Liebe Margit,
vielen Dank. Ich fühle mich sehr geehrt. Auch wenn ich bei dem Hacke-Vergleich Mütze und Schal vorerst lieber anbehalte.
Aber ich freue mich sehr, dass es dir gefällt und hoffe, du schaust ab und zu mal wieder rein. =)
Schöne Grüße, auch von der Badezimmer-Veteranin
T.